{"id":299,"date":"2026-03-02T11:23:40","date_gmt":"2026-03-02T11:23:40","guid":{"rendered":"https:\/\/lauraneu.laura-sun.de\/?page_id=299"},"modified":"2026-03-02T11:23:40","modified_gmt":"2026-03-02T11:23:40","slug":"was-geschah-teil-1","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/lauraneu.laura-sun.de\/?page_id=299","title":{"rendered":"Was geschah Teil 1"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Laura\u00b4s Geschichte, was vor ihrem Tod geschah, erz\u00e4hlt von Elisabeth im Jahre 2007<\/strong><br>\u00a0<br>Jetzt ist es schon 4 Jahre her, dass du von uns gegangen bist. Und es kommt mir so vor, als wenn es erst gestern gewesen ist!? Doch in diesen 4 Jahren hat sich so viel getan. So viel, dass ich nicht genug Zeit h\u00e4tte das alles aufzuz\u00e4hlen. Aber Eines m\u00f6chte ich dir gerne sagen, Laura. Wir alle vermissen dich so sehr hier auf Erden. Wir alle wollen dich so gern hier wieder haben, doch leider ist das nicht m\u00f6glich und wir m\u00fcssen damit zurechtkommen. Was auch Einigen mittlerweile gelungen ist. Aber trotzdem ist das Gef\u00fchl da, dass etwas im Leben fehlt. N\u00e4mlich du.<br><br>Aber wir alle versuchen unser bestes und hoffen, dass wir dich bald wieder sehen.<br><br>Doch ich hoffe, dass ich dich dann nicht mehr weinen sehe, wie am 11. M\u00e4rz. Denn noch immer hab ich dieses Bild vor mir, als du auf deinem Stuhl gesessen bist und nicht weiter konntest.<br><br>Das alles begann ja 2 Wochen vorher. Im Religionsunterricht\u2026\u2026.<br><br>Mir war so langweilig und ich war so m\u00fcde. Ich h\u00e4tte nicht den Vortag noch fernsehen d\u00fcrfen. Ein G\u00e4hnen und schon war es so weit. Unser Lehrer hat es gesehen und dann: \u201e Elisabeth, m\u00f6chtest du bitte das vorlesen?\u201c ich begann dann auch zu lesen und mittendrin geht der Lehrer zu Clara und nimmt ihr unser B\u00fcchlein ab! Unser Buch, dass Lehrer doch niemals sehen durften!? Naja. Ich musste dann weiter lesen und er behielt das Buch bis zum\u00a0 Schluss der Stunde. Clara und Franzi sind dann auch gleich nach der Stunde dem Lehrer hinterher und wollten das Buch wieder zur\u00fcckhaben, doch dieser antwortete nur, dies k\u00f6nne er nicht machen und er m\u00fcsse es dem Klassenleiter zeigen. Und ging weiter.<br><br>Was sollten wir jetzt tun? Was nur? Warten, bis jemand zu uns kommt und uns zur Strecke macht?\u00a0 Ich hatte keine Ahnung.<br><br>Ich fragte mich auch, warum er uns das Buch abnahm und bald bekam ich die antwort darauf. Jemand hat das Buch unter der Bank weitergegeben und weil es ein \u201eunterrichtst\u00f6render\u201c Gegenstand war wurde es uns abgenommen. Wir konnten nichts tun, au\u00dfer warten.<br><br>Warten\u2026.<br><br>Was war das f\u00fcr eine lange Zeit. Eine Minute verstrich wie eine Ewigkeit. Jede Sekunde war ein Qual, dann wir wussten nicht weiter.<br><br>Aber das sollte sich \u00e4ndern. als unser Klassenleiter in \u201eseiner\u201c Stunde das Klassenzimmer betrat!? Wie \u00fcblich schimpfte er uns, weil weder gel\u00fcftet, noch geputzt sei oder Tafel sauber genug sei, aber was sollten wir denn noch alles machen?<br><br>Nachdem er dann eine andere Sch\u00fclerin zur Strecke machte, kam das Gespr\u00e4ch \u00fcber unser Buch! Naja. Ich kann mich nicht mehr genau an den Wortlaut erinnern, aber ich wei\u00df noch, dass er sich am Nachmittag mit der Schulleitung in Verbindung setzten wollte und die Folgen besprechen wollte. Uns w\u00e4hrenddessen erfuhren wir auch, dass mittlerweile jeder Lehrer dieses Buch gesehen und gelesen hatte. Aber es redete mit uns keiner dar\u00fcber. Also beschlossen wir, dass einige Sch\u00fclerinnen am Nachmittag zur Schulleitung gehen um eine Stellungnahme abzugeben! Wie gesagt, auch getan. Ich ging w\u00e4hrenddessen zum Bus und wartete darauf und nat\u00fcrlich auch auf die Ferien, aber keiner konnte sich dar\u00fcber wirklich freuen, weil uns allen dieses Problem im Magen lag.<br><br>An der Bushaltestelle wartend kamen auch schon meine Mitsch\u00fclerinnen und sagten uns was passiert sei. Sie haben gesagt, dass sie der Schulleitung gesagt haben, dann noch ein weiteres buch existiert und dies viel harmloser sei, als das, das sie in H\u00e4nden h\u00e4tte. Doch war dies auch so? eine kleine Notl\u00fcge musste sein, um uns vom Schlimmsten zu sch\u00fctzen. Also fuhren wir mit unseren Bussen heim und zeitgleich auch in die Ferien.<br><br>Doch an diese kann ich mich kaum erinnern, nur an eines:<br><br>Es war Rosenmontag und in der Disco in unserer N\u00e4he war \u201eKinderfasching\u201c und so gingen wir alle hin, wie jedes Jahr. Auch Laura war drin, doch konnte sie und auch viele andere von meiner Klasse, sich nicht so richtig freuen, denn unser Buch ging keinem aus dem Kopf. Doch was sollten wir tun? ich habe mich \u00fcber einen sch\u00f6nen Tag gefreut und war froh dar\u00fcber mal eine Woche dieses Problem nicht zu haben, aber mit dieser Einstellung war ich wohl ziemlich allein.<br><br>An mehr kann ich mich aber auch leider nicht erinnern. Ich w\u00fcnschte es mir so, aber es sollte wohl nicht so sein.<br><br>Die Ferien gingen vorbei uns somit begann auch wieder die Schule. Also, ab zum Bus und, juhu, Schule ist wieder.<br><br>Im Bus kaum sitzend fingen wir noch schnell an ein \u201eneues\u201c Buch zu schreiben, das wir dann auch den Lehrern zeigen wollte. Es sollte das Buch sein, von dem meine Mitsch\u00fclerinnnen vor den Ferien zu der Schulleitung gesprochen hatten. Wir waren ganz flei\u00dfig und haben auch das Buch fast ganz voll gebracht.<br><br>In der Schule angekommen gaben wir das Buch dann auch \u201eab\u201c und wurden in den Unterricht geschickt. Doch wieder redete kein Lehrer mit uns und so fuhren wir wieder heim. Als ich dann daheim war erz\u00e4hlte ich meiner Mutter von dem Buch und von den Problemen, aber sie sagte nur, dass wir uns nicht \u201eobedou\u201c sollen, sondern den dingen ihren lauf lassen sollen. \u201edie zeit richtet alles\u201c sagte sie damals zu mir.<br><br>Und so ging ich auch mit neuem Mut wieder in die Schule. Laura hatte damals einen Brief an die Schulleitung und Lehrer geschrieben, um sich nochmals zu entschuldigen. Ich durfte diesen Brief leider erst nach dem tragischen Schicksal von Laura lesen. Und es l\u00e4uft mir noch heute kalt den r\u00fccken runter, wenn ich an dieses Brief denke, denn so einen Text hab ich noch nie gelesen. Laura h\u00e4tte Schriftstellerin werden sollen.<\/p>\n\n\n\n<p><br>(Den Brief im Original ist im Men\u00fc unter &#8222;Brief an die Lehrer&#8220; zu finden)<\/p>\n\n\n\n<p><br>An demselben Tag war auch eine Lehrerkonferenz, die nur wegen uns einberufen wurde. In dieser wurde besprochen welche Strafe wir bekommen und wie die Zukunft ablaufen sollte. Die Ergebnisse von dieser Konferenz hatte Laura leider nicht mehr mitbekommen d\u00fcrfen.<br><br>Denn in der letzten Schulstunde (zumindest f\u00fcr mich) kam unser Englischlehrer in die Klasse und begann den Unterricht mit einer ganz sch\u00f6nen Rede. Er machte uns richtig zur Strecke und lie\u00df nichts aus. Schlie\u00dflich fragte er auch, wer das alles geschrieben hatte. eigentlich wollte sich die Klasse melden, doch irgendwie war jeder zu feige daf\u00fcr, auch ich, doch eine nicht. Es war Laura. Sie meldete sich und sagte warum: \u201ewenn ich mal sauer auf Lehrer bin, hab ich das geschrieben. Ich wollte nichts b\u00f6ses, aber ich wollte mich abreagieren\u201c. (so in etwa hat sie es gesagt). Ich fand sie so tapfer. Sie weinte darauf nur noch und gab sich an allem die Schuld. Nach dieser Stunde blieben noch einige da um Laura zu tr\u00f6sten und ihr zu vergewissern, dass sie garantiert nicht Schuld daran ist. Das waren wir alle.<br><br>Schlie\u00dflich musste ich gehen und sah noch ein letztes mal zur\u00fcck. Und da sah ich dich mit deinen verweinten Augen, der verschmierten Wimperntusche und von anderen tr\u00f6stend. Ich wollte doch auch da bleiben und dich tr\u00f6sten, aber mein Bus ging\u2026<br><br>Ich werde diesen Augenblick nie vergessen. Nie, denn es ist der Letzte, als ich dich lebend sah.<br><br>Was danach passiert wei\u00df ich nicht, denn es wurde mir nur erz\u00e4hlt:<br><br>Du bist am, Nachmittag schon wieder l\u00e4chelnd in der Stadt gesehen worden und wurdest von ein paar Mitsch\u00fclerinnen heimgefahren, weil du Nachmittagsunterricht hattest. Als du dann zuhause warst, hast du deine Mutter gebeten, ob du mit deinen Geschwistern rausgehen darfst zum spielen. Da bist du auf die Autobahn gegangen und wolltest etwas Unfassbares machen. Du wolltest dein Leben beenden, auf diese Weise. Doch irgendetwas hat dich davon abgehalten. Und ich danke Gott daf\u00fcr, dass du wieder nachhause gegangen bist. Doch wenig sp\u00e4ter hast du deine Mutter nochmals gefragt, ob du raus darfst, weil du Kopfweh hast. Und dann passierte es. Du hattest dir vorgenommen dein Leben zu beenden und hast es dann auch gemacht. Du bist auf die Autobahn gegangen und hast es getan.<br><br>Ich kann hier nicht weiter. Es tut einfach so weh. Selbst nach 4 Jahren will ich hier nicht weiter schreiben.<br><br>Von all dem wusste ich nichts, als ich am n\u00e4chsten morgen wieder in die schule fuhr. Ich dachte mir auch nichts, als 2 Mitsch\u00fclerinnen von mir nicht im Bus sind, denn ich dachte mir, dass sie entweder runter gefahren oder mit dem anderen Bus gefahren sind. Und das war auch so. Sie wurden runter gefahren-<br><br>Nichts ahnend ging ich die Treppen rauf zum Klassenzimmer. Schon wenige Stufen vor dem Klassenzimmer h\u00f6rte ich jemanden weinen. Doch auch hier dachte ich mir nichts dabei. Nur eines:\u201c jetzt komm schon Laura. Nicht schon wieder. Das wird doch alles wieder\u201c aber da hab ich falsch gelegen. Vorm Klassenzimmer war niemand zu sehen. Also ging ich weiter und da kam mir auch schon unsre Klassensprecherin weinen mir entgegen. Sie musste im Prinzip nichts sagen, ich wusste es indirekt schon, wollte es aber nicht wahr haben. Doch dann sagte sie es: \u201eLaura ist tot\u201c<br><br>Ab da konnte ich nicht mehr, niemand von uns. Wir weinten und hofften doch alle, dass Laura lebte. Immer wieder schaute ich zur T\u00fcr und wartete darauf, dass Laura reinkommt. Mit ihrem bezaubernden l\u00e4cheln, ihren strahlenden Augen und den so typisch Laura \u2013 Ausdruck. Aber die T\u00fcr ging nicht auf.<br><br>Ich wei\u00df noch so gut, als ich mich damals f\u00fchlte und so hoffte, dass das alles nur ein b\u00f6ser Traum is. Dass das alles nicht wahr ist, und ich jeden Moment aufwachen w\u00fcrde und froh sein kann, dass du lebst. Lebst\u2026<br><br>Und hier m\u00f6chte ich auch schon wieder aufh\u00f6ren zu schreiben, denn jetzt kann ich nicht mehr. Es rei\u00dft tiefe Wunden auf und das folgende erst recht. Aber ich werde mich demn\u00e4chst wieder weiter schreiben und euch die Lebens- und Leidensgeschichte von unserer lieben Laura schreiben.<br><br>Wenn ich etwas nicht geschrieben hab, was f\u00fcr viele von Bedeutung ist, dann m\u00f6chte&nbsp; ich mich entschuldigen, es vergessen zu haben.<br><br>Ihr k\u00f6nnt aber auch jeder zeit etwas dazuschreiben oder wegstreichen oder\u2026<br><br>&nbsp;<br><br>Mit dieser Geschichte m\u00f6chte ich eigentlich nur jeden Laura etwas n\u00e4her bringen und damit jeder erf\u00e4hrt wie es ihr und auch uns, den Au\u00dfenstehenden und noch mehr den nahe liegenden Menschen gegangen ist. Zumindest aus meiner Sichtweise.<br><br>Elisabeth<br><br><em>Mein Name ist Gabriele Brachmann, ich helfe Monika, der Mama von Laura diese Homepage zu pflegen. Ich habe das dringende Bed\u00fcrfnis hier etwas zu sagen:<\/em><br><br><em>Ich habe noch nie in meinem Leben eine solch beeindruckendes M\u00e4dchen wie Laura kennenlernen d\u00fcrfen. Es ist aber nicht nur Laura die so au\u00dfergew\u00f6hnlich sinnlich, gef\u00fchlvoll, herzlich und unglaublich liebenswert ist, sondern auch Elisabeth.<\/em><br><br>Liebe Elisabeth, bei dir fehlen mir die Worte&#8230;&#8230;&#8230;..ich w\u00fcnsche dir das wundervollste Leben auf der Welt&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laura\u00b4s Geschichte, was vor ihrem Tod geschah, erz\u00e4hlt von Elisabeth im Jahre 2007\u00a0Jetzt ist es schon 4 Jahre her, dass du von uns gegangen bist. Und es kommt mir so vor, als wenn es erst gestern gewesen ist!? Doch in diesen 4 Jahren hat sich so viel getan. 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