{"id":307,"date":"2026-03-02T11:27:39","date_gmt":"2026-03-02T11:27:39","guid":{"rendered":"https:\/\/lauraneu.laura-sun.de\/?page_id=307"},"modified":"2026-03-13T17:13:29","modified_gmt":"2026-03-13T17:13:29","slug":"was-geschah-teil-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/lauraneu.laura-sun.de\/?page_id=307","title":{"rendered":"Was geschah Teil 2"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Mittlerweile ist ein Jahr vergangen als ich euch die Leidens- und Lebensgeschichte unserer Laura dargestellt habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte mich an diese Stelle entschuldigen, doch die Schule h\u00e4lt einem auf Trap. Doch das ist jetzt vorbei. Das Abitur geschafft und das Leben liegt vor einem. Doch nicht f\u00fcr alle.<\/p>\n\n\n\n<p>Was w\u00fcrdest du jetzt tun, Laura? Wie h\u00e4tte dein Abitur ausgeschaut? Dein Abschlusskleid? Was w\u00e4re wenn?<\/p>\n\n\n\n<p>Selbst nach diesen 5 Jahren denke ich noch so oft an dich. Denn gerade zu solchen ereignisreichen Tagen m\u00fcsstest du doch dabei sein\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Aber ich m\u00f6chte hier die Geschichte weiter schreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Mittwoch, den 12. M\u00e4rz 2003 sahen wir alle so oft noch zu unserer Klassent\u00fcre und hofften einfach nur, dass unsere liebe Laura ins Klassenzimmer kommt. Und uns alle erheitert. Ein kurzes L\u00e4cheln und alles ist wieder in Ordnung.<br>Doch anstelle von dir, Laura, kam nur ein Notfallseelsorger.<br>Ein netter Mann, der uns helfen sollte, das zu verstehen, was du gemacht hast. Doch es half nicht viel! Dennoch hatte er uns geholfen den ersten Tag ohne Dich zu \u00fcberbr\u00fccken.<br>Die darauf folgenden zwei Tage waren nicht besser, als dieser erste. Unser Notfallseelsorgen war nicht mehr da, daf\u00fcr hatten wir zwei Psychologen, die uns zur Seite stehen sollten.<br>Jung wie wir waren, vertrauten wir Ihnen vollkommen. Wir konnten unsere Probleme, unsere Trauer und unsere Gef\u00fchle aussprechen. All das, was doch nicht an die \u00d6ffentlichkeit geh\u00f6rte, da es aus unserem tiefsten Inneren kam. Aber leider war uns dieses \u201ePrivate\u201c nicht gegeben. Unsere ausgesprochenen Gedanken wurden weitergesagt. Was das hei\u00dft? Die Lehrer wussten was wir unseren Psychologen gesagt haben!<\/p>\n\n\n\n<p>Es sind nun 5 Jahre vergangen, und ich kann mich leider nicht mehr an alles erinnern. So z.B. die n\u00e4chsten Tagen. Ich wei\u00df nur noch, dass das Fernsehen da war und uns filmen wollte. Doch das haben sie nicht geschafft.<br>Au\u00dferdem waren da so viel Artikel noch in der Zeitung, die wir alle sofort gelesen haben und wieder geweint haben.<br>Ich wei\u00df auch noch, dass ich Geburtstag hatte. Es war nun der 8. Tag ohne unsere Laura, und ich hatte zwei Flaschen Sekt mitgenommen. Wir stie\u00dfen auf meinen Geburtstag an, ein Glas hatte ich f\u00fcr dich \u00fcbrig gelassen. Doch irgendwer hatte es dann doch getrunken.<br>Wenige Tage sp\u00e4ter fuhren wir ins Skilager. Wir wollten diese Tage aber nicht allein dort verbringen, mit all diesen Lehrern, die uns nicht verstanden haben. Wir wollte eine ganz gewissen Lehrerin dabei haben, die uns verstand und uns wieder aufgebaut hat. So verbrachten wir 7 Tage in \u00d6sterreich mit teils lustigen Momenten und sehr oft mit traurigen Momenten. So auch der 24. M\u00e4rz! Du hattest ja deinen Geburtstag! Zwar konntest du diesen nicht mehr mit uns feiern, aber wir feierten ihn f\u00fcr dich!<br>Wir hatten ein paar Flaschen Sekt und Spielkarten dabei. Komischerweise kamen wir da auf die Idee zu Thomas Gottschalk zu gehen und eine Spielwette zu machen. Und wollten dort, so glaub ich noch, deine Geschichte in die \u00d6ffentlichkeit bringen.<br>Aber schlie\u00dflich ging auch das Skilager zu Ende und wir fuhren wieder mit dem Bus nach Hause. W\u00e4hrend der Fahrt erfuhren wir einerseits, dass sich eine Sch\u00fclerin von einem anderen Straubinger Gymnasium ebenfalls das Leben nehmen wollte, doch sie \u00fcberlebte ihren Sturz. Wir alle war so geschockt dar\u00fcber! Aber noch mehr, als wir erfahren haben, was in unserer Schule momentan los war.<br>Es war Tag der offenen T\u00fcr an unserer Schule. D.h. einige Klassenzimmer wurden ger\u00e4umt und Sachen ausgestellt, die die Sch\u00fclerinnen gebastelt haben. So wurde auch unser Klassenzimmer ausger\u00e4umt! All unsere Kerzen, Pl\u00fcschtiere, Rosen, Fotos, einfach alles wurde im Schrank eingesperrt. Unsere Poster, die wir f\u00fcr dich gemalt haben wurden verdeckt durch einen Baum, den die 5. Klassen gebastelt haben. Unser Zimmer war nicht mehr wieder zu erkennen. Das einzige, was in dieser Schule vorhanden war, das an unsere Laura erinnerte, war eine einzige Kerze in der Kirche! Eine Kerze\u2026. Es waren gerade mal 2 Wochen vergangen und es war nur eine Kerze f\u00fcr Laura da\u2026. Eine einzige\u2026<br>Als wir an der Schule angekommen sind, sind dann gleich ein paar Mitsch\u00fclerinnen von mir ins Direktorat gegangen und wollten eine Antwort haben auf unser \u201ewarum\u201c haben. Die Antwort war ziemlich sachlich: Das Klassenzimmer wurde ben\u00f6tigt und in der Kirche wird ja an Laura gedacht!<br>Mehr von diesem Tag wei\u00df ich leider nicht mehr.<br>In den darauf folgenden Tagen sollte auch wieder der Alltag in unser Schulleben einkehren. So schrieben wir zwei schwierige Schulaufgaben in einer Woche.<br>Aber so konnte das doch nicht weiter gehen? Kaum sind 3 Wochen vergangen, als sich unsere Mitsch\u00fclerin, Freundin und Kameradin das Leben nahm und wir sollten brav die Schulbank weiter dr\u00fccken?<br>Das konnten wir nicht und so beschlossen unsere Eltern, der Direktorin einen Brief zu schreiben. Es sa\u00dfen sich 5 Elternpaare zusammen und schrieben einen Brief mit Forderungen, die uns Sch\u00fclerinnen das Leben leichter machen sollte. Die unserer Trauerzeit helfen sollten.<br>Auch meine Eltern waren bei den \u201eVerfassern\u201c dabei! Doch alle Eltern haben diesen Brief unterschrieben!<br>Die Reaktion von unserer Schulleitung war ziemlich eindeutig: es wurde auf diesem Brief geantwortet: Jede Sch\u00fclerin, die Tochter eines \u201eVerfassers\u201c war bekam die Aufforderung sich der Schule zu f\u00fcgen, ansonsten kommt sie den Genuss einer anderen Schule!<br>Somit war es doch f\u00fcr sehr viele Mitsch\u00fclerinnen von mir klar, was jetzt zu machen sei! Von den 30 Leuten, die wir einmal waren, verlie\u00dfen 25 die Schule! 23 gingen gemeinsam auf eine andere Schule in Straubing, eine Sch\u00fclerin besucht nun ein Gymnasium in Regensburg und die andere Sch\u00fclerin (ich) besucht das Gymnasium Neutraubling.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute, nach 5 Jahren und einigen Monaten sp\u00e4ter, habe ich keinen Kontakt mehr zu meiner fr\u00fcheren Klasse!<br>Ich besuchte nun meine neue Schule und durfte dort neue Freundinnen kennen lernen. Ich habe die erste Liebe kennen gelernt und auch den ersten Liebeskummer. Ich habe gelernt, wer Freund ist und wer Feind ist. Ich habe das Autofahren gelernt und auch die vehemente Kosten damit.<\/p>\n\n\n\n<p>Das alles habe ich gelernt ohne meine alte Klasse &#8211; ohne der 8a des Gymnasiums der Ursulinen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kontakt ist vollkommen abgebrochen! Ich sehe von MEINER Klasse leider keinen mehr!<br>Auch wenn 5 Jahre vergangen sind, und ich 5 Jahre auf einer andern Schule war. So war die 8a doch meine Klasse! Es sind 4 Jahre meines Lebens gewesen, die ich mit ihnen verbringen hab d\u00fcrfen. Auch wenn es viele Hochs und noch mehr Tiefs in diesen 4 Jahren waren. So haben sie mich auch gepr\u00e4gt und ich durfte vieles lernen!<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man auch etwas Sch\u00f6nes bauen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Lisa schrieb mir noch:<br>Das war eigentlich im Groben, wie alles begann und endet\u2026<br>Ich hoffe, viele haben einen kleinen Einblick bekommen\u2026 Es wurden viele Fehler<br>begangen. Von Seiten der Schule und von Seiten von uns\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Ach ja, da f\u00e4llt mir noch was ein:<br>Auf der Beerdigung: Als Monika VOR DEM GRAB IHRER TOCHTER (!!!!!!!!) stand,<br>redete noch sie noch zu ihr. Ich finde diese Frau so tapfer und so mutig.<br>Ich k\u00f6nnte das nicht, nicht vor dem Grab k\u00f6nnte ich stehen, von meinem Kind<br>und dann noch zu ihr reden. Wahnsinn! Unser W\u00f6rther Pfarrer wartete dann<br>noch einen kurzen Augenblick, ob jemand von der Schule auch noch was sagen<br>m\u00f6chte, doch das war nicht der Fall.<br>Wir alle sind so entt\u00e4uscht von der Schule und deren Lehrer. Auf der<br>Beerdigung weinte keiner von den Lehrern, au\u00dfer zwei. Bei diesen habe ich<br>mich sp\u00e4ter auch noch bedankt, denn die sind Menschen, keine Ungeheuer. Das<br>mag jetzt vielleicht alles ziemlich b\u00f6s und gemein klingen, aber f\u00fcr solche<br>Menschen kenn ich kein anderes Wort. Der Hass wir immer bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittlerweile ist ein Jahr vergangen als ich euch die Leidens- und Lebensgeschichte unserer Laura dargestellt habe. Ich m\u00f6chte mich an diese Stelle entschuldigen, doch die Schule h\u00e4lt einem auf Trap. Doch das ist jetzt vorbei. Das Abitur geschafft und das Leben liegt vor einem. Doch nicht f\u00fcr alle. Was w\u00fcrdest du jetzt tun, Laura? 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